Citizen Science in Österreich

Bürgerinnen und Bürger engagieren sich bereits seit vielen Jahrzehnten für die Erforschung der Natur in Österreich. So unterstützt z.B. bereits seit 1856 ein Netzwerk aus Beobachterinnen und Beobachtern die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) bei der phänologischen Beobachtung der heimischen Pflanzen- und Tierwelt. Auch das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Museen und Forschungseinrichtungen haben Citizen Science für sich entdeckt.

Sparkling Science

Das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) setzte 2007 einen wichtigen Schritt in Richtung Citizen Science. Mit dem Start des Forschungsförderprogramms Sparkling Science förderte das BMBWF innerhalb von zwölf Jahren 299 Citizen-Science-Projekte mit einem Gesamtbudget von rund 35 Mio. Euro. Über 100.000 Schülerinnen und Schüler sowie knapp 2.600 (angehende) Lehrpersonen arbeiteten Seite an Seite mit fast 4.300 Forschenden und Studierenden an aktuellen wissenschaftlichen Fragestellungen.

Sparkling Science 2.0

Mit dem Nachfolgeprogramm Sparkling Science 2.0 setzt das BMBWF einen neuen Schwerpunkt zur Förderung von Projekten, in welchen Forschungs- und Bildungseinrichtungen und soweit als möglich zusätzlich die Zivilgesellschaft zusammenarbeiten und gemeinsam zur Gewinnung von innovativen Forschungsergebnissen beitragen. Die Ausschreibung beginnt voraussichtlich im September 2021, die Projekte selbst können mit dem Schuljahr 2022/23 starten.

Zentrum für Citizen Science

Der nächste große Schritt folgte 2015 mit der Einrichtung des Zentrums für Citizen Science des OeAD mit folgenden vier Schwerpunkten: Information, Beratung, Vernetzung und Förderung. Zu den bekanntesten Initiativen, die vom Zentrum für Citizen Science durchgeführt wurden bzw. werden, zählt die Förderinitiative Top Citizen Science und der Forschungswettbewerb Citizen Science Award.

Citizen Science an Forschungseinrichtungen 

Auch zahlreiche wissenschaftliche Institutionen in Österreich widmen sich dem Citizen-Science-Thema und haben u.a. spezielle Kontaktstellen eingerichtet. Mehr dazu unter Citizen Science an österreichischen Forschungseinrichtungen

Citizen Science in strategischen Publikationen

Seit 2015 haben sich zahlreiche österreichische Einrichtungen in ihren wegweisenden Dokumenten für die Förderung des Citizen-Science-Ansatzes ausgesprochen. Einige Beispiele:

  • "Citizen Science als innovatives Modell für partizipative Forschung etablieren. Bürgerinnen und Bürger sollen verstärkt in Forschungs- und Innovationsprojekte eingebunden werden, um ungenutzte Erkenntnispotenziale zu erschließen. Dies soll über die Forschungsansätze von Citizen Science, Crowdsourcing und Open Innovation umgesetzt werden." S. 30, BMBWF: Aktionsplan für einen wettbewerbsfähigen Forschungsraum (2015)
  • "Maßnahme 1: Errichtung von offenen Innovations- und Experimentierräumen. [...] Innovations- und Experimentierräume können sich an international bekannten Formaten (z.B. FabLabs, MakerLabs, Hack your City, Citizen Science Labs) orientieren und können eigenständig oder angekoppelt an bestehende Infrastrukturen agieren." S. 66, BMBWF & BMK: Open Innovation Strategie für Österreich (2016)
  • "Das NHM Wien soll als bedeutender, physischer, nicht nur virtueller Ort für Citizen Science etabliert werden, an dem auf nationaler und internationaler Ebene ein wechselseitiger Dialog auf Augenhöhe zwischen Wissenschaft und Gesellschaft stattfindet. Die Etablierung des NHM Wien als Anwendungsort (Hub) für Citizen Science soll nicht nur einen entscheidenden Impuls für neue Formen von Bildungsstrukturen darstellen, sondern auch die Bedeutung von Citizen Science für die Forschung und die Gesellschaft sichtbar und erlebbar machen.", S.6, Naturhistorisches Museum Wien: Citizen Science - Strategie des NHM (2017)